Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Werner Dresel, Patientenfürsprecher im Bayerischen Landesgesundheitsrat, betont den hohen Stellenwert von Psychotherapie in der Patientenversorgung

21. Juni 2008 - PTK Bayern im Gespräch mit Herrn Werner Dresel

Am 11. Juni trafen sich Dr. Nikolaus Melcop und Peter Lehndorfer vom Präsidium der PTK Bayern mit dem Patientenfürsprecher im Bayerischen Landesgesundheitsrat, Werner Dresel. Auf Vorschlag der Bezirke wurde er von der Bayerischen Staatsregierung in dieses Amt berufen. Die PTK Bayern ist im Bayerischen Landesgesundheitsrat durch Dr. Nikolaus Melcop und Peter Lehndorfer (Stellvertreter) vertreten. Der Landesgesundheitsrat berät den Bayerischen Landtag und die Bayerische Staatsregierung in allen Fragen des Gesundheitswesens. Damit trägt er zur Entscheidungsfindung über gesundheitliche Themen in Bayern bei.
Werner Dresel ist ferner Patientenfürsprecher des Klinikums München-Ost der Isar-Amper-Klinikum gemeinnützige GmbH, vormals Bezirksklinikum München-Haar. Das Klinikum München-Ost der Isar-Amper-Klinik gemeinnützigen GmbH ist eines der größten Fachkrankenhäuser für Psychiatrie, Psychotherapie, psychosomatische Medizin und Neurologie in Deutschland und gleichzeitig Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Patientenfürsprecher/innen arbeiten ehrenamtlich in Krankenhäusern. Sie sind unabhängig und nicht weisungsgebunden. Sie unterstützen Patienten bei Problemen und Beschwerden gegenüber dem Krankenhaus. In regelmäßigen Sprechstunden in Räumlichkeiten des Krankenhauses haben die Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen. Der Patientenfürsprecher des Klinikums München-Ost wird vom Bezirk Oberbayern bestellt. Zuvor war Werner Dresel langjährig im Pflegebereich und zuletzt als Pflegedirektor in der selben Klinik tätig. Er kennt also die Gepflogenheiten im Klinikum wie kein anderer.
Werner Dresel berichtete, dass die stationäre Psychiatrie in den vergangenen 60 Jahren einen enormen Wandel von der Patientenaufbewahrung bis hin zu differenzierter medikamentöser Behandlung und Psychotherapie vollzogen habe. Die psychotherapeutischen Stationen hätten einen großen Stellenwert innerhalb der psychiatrischen Klinken und seien immer voll belegt, so Werner Dresel. Er betonte, dass Psychotherapie innerhalb stationärer psychiatrischer Behandlungskonzepte erfolgreich eingesetzt würde und nicht mehr aus dem Klinikalltag wegzudenken sei. Auch im ambulanten Bereich hält er ein ausreichendes Angebot an psychotherapeutischer Behandlung für unverzichtbar.
Werner Dresel wies in dem Gespräch auf die besondere Beziehung zwischen Psychotherapeutin bzw. Psychotherapeut und Patient/in hin und unterstützt deshalb den Erhalt des Erstzugangsrechtes zu/r/m Psychologischen Psychotherapeut/in/en bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in/en in der ambulanten Versorgung. Die freie Wahl des Psychotherapeuten müsse nach seiner Einschätzung weiterhin erhalten bleiben.
Er unterstützt die Einführung einer Mindestquote von 20% für Psychotherapeuten, die ausschließlich Kinder und Jugendliche behandeln in der Bedarfsplanung und hält diese für adäquat, um die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und Bayern zu verbessern.
Weiterhin wurden Fragen der Integration psychotherapeutischer Angebote im stationären Bereich erörtert. Hierzu machten die Vertreter der PTK Bayern auf folgende Punkte aufmerksam:

· die Notwendigkeit einer angemessenen Bezahlung von Psychotherapeut/innen in Ausbildung, insbesondere während des praktisches Jahres in einer psychiatrischen Klinik

· die Sicherung der bestehenden Planstellen für angestellte Psychotherapeut/innen mit angemessener Bezahlung und

· die Notwendigkeit des Einbezugs der PTK Bayern in die Krankenhausplanung.

Werner Dresel zeigte sich sehr interessiert an der Thematik und sicherte zu, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür einzusetzen.
Dr. Melcop, Werner Dresel, Peter Lehndorfer Dr. Melcop, Werner Dresel, Peter Lehndorfer
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