Psychotherapeutenkammer Bayern

21. Suchtforum in Bayern: Neuroenhancement - Riskantes Hirndoping oder legitime Leistungsstütze?

Veranstaltung

27. April 2022 - Eine interdisziplinäre Veranstaltung der PTK Bayern, der Bayerischen Landesärztekammer, der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen sowie der Bayerischen Landesapothekerkammer.

Neuroenhancement – also der Versuch gesunder Menschen ihre kognitiven Fähigkeiten oder die psychische Befindlichkeit durch die Einnahme psychoaktiver Substanzen gezielt zu stimulieren und zu steigern – ist ein Phänomen, welches in einer von Leistungsdruck und Leistungsbereitschaft geprägten Gesellschaft für breite Bevölkerungsteile von großer Aktualität ist.
Für Deutschland ermittelten verschiedene, wenn auch nicht ganz aktuelle wissenschaftliche Studien zur Prävalenz des kognitiven Enhancements unter Studierenden (HISBUS-Befragung, Middendorf et al. 2012) sowie unter Erwerbstätigen zwischen 20 und 50 Jahren (DAK Gesundheitsreport Update 2018/2019) jeweils einen Anteil von etwa 5 % Betroffene, die ohne medizinische Notwendigkeit und mit dem Ziel der geistigen Leistungssteigerung zu verschreibungspflichtigen Medikamenten griffen.
Für die kognitive Selbstoptimierung werden, neben natürlichen Substanzen wie etwa Koffein und Ginkgo biloba, dabei eine Vielzahl neuropharmakologischer Präparate eingesetzt, welche insbesondere die Substanzklassen der Psychostimulanzien, Antidementiva und Antidepressiva umfassen. Aber auch illegale Drogen, insbesondere Amphetamine, kommen in diesem Kontext in Deutschland zum Einsatz.
Während die Evidenz zur Wirksamkeit einer kognitiven Leistungssteigerung bei gesunden Personen für die meisten Substanzen als mangelhaft einzustufen ist, sind mit deren Konsum unter Umständen vielfältige Nebenwirkungen sowie ein erhebliches Suchtpotenzial verbunden.
Ob und inwiefern pharmakologische Mittel im nicht-therapeutischen Kontext zum Zweck der Leistungssteigerung eingesetzt werden sollten, ist im letzten Jahrzehnt zu einem viel diskutierten Thema der Bioethik geworden. Während einige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eine ethisch bedenkliche Entwicklung erkennen und auf die Gefahren des riskanten „Hirndopings“ hinweisen, sehen andere das Bemühen um bessere geistige Leistungen mithilfe von Neuroenhancern als legitime Stütze in einer modernen Leistungs-gesellschaft und als Ausdruck der individuellen Autonomie.
Mit dem 21. Suchtforum in Bayern möchten wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Facetten des Neuroenhancements bieten. Wir laden Sie im Rahmen eines WEB-SEMINARs herzlich zu fach- und themenübergreifenden Vorträgen ein und freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Bitte melden Sie sich über das Onlineformular der BLAK an:
https://register.gotowebinar.com/register/3973838852983897101

Nach der Anmeldung erhalten Sie Ihren Teilnahmelink per E-Mail. Sollten Sie diesen nicht innerhalb eines Werktages erhalten (auch nicht im Spam-Ordner), kontaktieren Sie bitte: fortbildung@blak.de.

Termin27.04.2022
Uhrzeit13:00 - 17:15 Uhr
BeitragDie Veranstaltung ist kostenfrei.
PunkteDie Veranstaltung wird mit 5 Fortbildungspunkten anerkannt.

 

Veranstaltungsunterlagen

Unterlagen, wie z.B. das Programm der Veranstaltung, finden Sie hier:

VOILA_REP_ID=C12576B1:002BE964