Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Prävention

Mit dem Begriff Prävention werden unterschiedliche Ansätze bzw. Interventionen zusammengefasst, die sich auf die Gesundheitsförderung und gesundheitliche Vorsorge beziehen. Kennzeichnend dabei ist, dass Prävention an unterschiedlichen Stellen ansetzen kann. Nach einem klassischen Phasenmodell von Caplan (1964) unterscheidet man zwischen primärer, sekundärer und tertiärer Prävention. Primäre Prävention ist darauf gerichtet, das Auftreten von Krankheiten von vorneherein zu verhindern. Primäre Prävention kann an Strukturen ansetzen und sich z. B. mit Wohnumwelten, gesetzlichen Regelungen oder Ähnlichem beschäftigen (strukturelle Prävention), sie kann sich aber auch auf Personen richten und deren Kompetenzen zur Gesunderhaltung verstärken. Sekundäre Prävention bedeutet Früherkennung von Krankheitsvorstadien und -frühstadien und die Behandlung von Risikofaktoren/-verhalten. Die Verhütung der Verschlimmerung von Erkrankungen und Behinderungen, das Vorbeugen von Folgeerkrankungen und Rückfällen dagegen bezeichnet man als tertiäre Prävention.


Wirksame präventive Maßnahmen beruhen im Wesentlichen auf Veränderungen von Verhalten und Einstellungen, die zum einen die Reduktion von gesundheitsschädigendem Verhalten betreffen, zum anderen die Stärkung von gesundheitsfördernden Verhaltensweisen. Es ist bekannt, dass Wissensvermittlung allein für die Verhaltensänderung nicht ausreicht (viele Menschen wissen zwar, dass rauchen, zu viel Alkohol, falsche Ernährung, zu wenig Bewegung etc. ungesund sind, die Umsetzung dieses Wissens im Alltag ist ihnen dennoch nicht möglich).


Bei der Gesundheitsförderung sollen individuelle Kompetenzen und gesundheitsfördernde Strukturen aufgebaut werden mit dem Ziel, die Selbstbestimmung über die eigene Gesundheit zu erhöhen. Körperliche und psychische Faktoren treten hierbei in Wechselwirkung: psychische Faktoren wie Stress oder Vereinsamung können beispielsweise Risikofaktoren für eine Reihe von körperlichen und seelischen Erkrankungen sein. Somatische Erkrankungen (z. B. Krebs) auf der anderen Seite können auch zu psychischen Folgesymptomen führen.


Projekte mit dem Ziel der Prävention von psychischen Erkrankungen setzen vielfach schon im Kindes- und Jugendalter an. Eine Stärkung der individuellen Ressourcen, Fähigkeiten und Fertigkeiten kann dazu beitragen, die Gesundheit zu stärken, zu fördern und damit die Wirkung krankheitsauslösender Faktoren entweder ganz auszuschalten oder zumindest abzuschwächen. Im Bereich der Prävention psychischer Störungen ist auch die Früherkennung wichtig. Man geht im Allgemeinen davon aus, dass die Prognose, also die Heilungsaussichten und -erfolge, umso besser ist, je früher eine psychische Krankheit bzw. ein Problem erkannt und behandelt wird.


Im Juli 2015 ist das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG) in Kraft getreten. Es regelt, welche Präventionsmaßnahmen eingeführt und finanziert werden sollen. In Bayern hat das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) einen Präventionspakt ins Leben gerufen, in dem präventive Maßnahmen in Bayern koordiniert werden sollen. Die PTK Bayern ist Mitglied im Präventionspakt.


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