Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Kammermitglieder diskutierten in Onlineveranstaltung: Wie können Psychotherapeut*innen zu einer gesunden Umwelt beitragen?

Meldung vom 24.06.2021

Am 19. Juni 2021 tauschten sich rund 150 Kammermitglieder in einer Onlineveranstaltung darüber aus, wie Psychotherapeut*innen zu einer gesunden Umwelt beitragen können. Dafür gab es inhaltlichen Input von Kammerseite und deren Aktivitäten sowie zu Impulsen aus der Umweltpsychologie und zu Möglichkeiten, wie sich Psychotherapeut*innen für Klimagerechtigkeit einsetzen können. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen und tauschten sich aus.

Gaben Input und leiteten durch die Veranstaltung: (V.l.n.r.) Vorstandsmitglied Birgit Gorgas, Dr. Laura Loy (Universität Koblenz – Landau), Katharina van Bronswijk (Psychologists/Psychotherapists for Future), Kammerpräsident Dr. Nikolaus Melcop und Vorstandsmitglied Dr. Anke Pielsticker (Foto:PTK Bayern).

Kammerpräsident Dr. Nikolaus Melcop stellte in seinem Einführungsvortrag die Frage, ob die Unterstützung des Erhalts der natürlichen Lebensgrundlagen eine Berufsaufgabe von Psychotherapeut*innen ist. Dabei legte er dar, dass Psychotherapeut*innen sowohl Expert*innen für psychische Gesundheit, für menschliches Verhalten und Erleben, die psychotherapeutische Versorgung sowie auch Vorbild für klimafreundliches und gesundheitsförderndes Verhalten sind. Er schilderte das Selbstverständnis und Aufgaben von Psychotherapeut*innen im Klimawandel und Umweltschutz und berichtete von der Resolution der 35. Delegiertenversammlung, die zu Klimaschutz und nachhaltigem Handeln aufruft. Die PTK Bayern hat nach dem Heilberufekammergesetz die Pflicht, an der öffentlichen Gesundheitspflege mitzuwirken und die 93. Gesundheitsministerkonferenz bat 2020 die Heilberuferufekammern, Klimawandel als einen die Gesundheit beeinträchtigenden Faktor in Fort- und Weiterbildung aufzunehmen.

Dr. Laura Loy (Universität Koblenz – Landau) gab Impulse aus der Umweltpsychologie. Dabei ging sie darauf ein, was Umweltpsychologie ist und warum es Umweltschutzpsychologie gibt. Die Umweltpsychologie beschäftigt sich mit der Interaktion von Mensch und Umwelt und beschäftigt sich mit den Fragen, wie die Umwelt auf den Menschen wirkt und wie der Mensch andersrum auf die Umwelt wirkt (z.B. durch Umweltschutz). Sie informierte darüber, was umweltschützendes Verhalten erklärt und wie man positive Veränderungen unterstützen kann.

In einem weiteren Vortrag gab Katharina van Bronswijk, Psychotherapeutin und Sprecherin der Bewegung „Psychologists/Psychotherapist for Future“, einen Einblick, wie sich Psychotherapeut*innen für Klimagerechtigkeit einsetzen können. Sie erläuterte, dass nicht eine Verhinderung von Klimaschäden nur für sich angestrebt werden könne, sondern nur ein kompletter Systemwandel zum Ziel führen werde, der z.B. auch Veränderungen von Strukturen und Institutionen, kollektivem Denken und Handeln umfasse. Darüber hinaus gab sie konkrete Hinweise, wie jede*r Einzelne Strategien im eigenen Handeln umsetzen kann und wie sich Psychologists/Psychotherapist for Future einsetzen.

Anschließend konnten sich die Teilnehmenden in virtuellen Unterräumen in kleineren Gruppen austauschen und diskutierten weitere Impulse aus der Umweltpsychologie, wie die Behandlung von Patient*innen mit klima/umweltbedingten psychischen Gesundheitsschäden gestaltet werden kann und wie Psychotherapeut*innen vor Ort, überregional oder über die Kammer bzgl. einer gesunden Umwelt mitwirken können.
Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmenden sehr positiv bewertet und zur regen Diskussion und Vernetzung genutzt.

 

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