Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Online-Diskussion zur Zukunft der Psychotherapie in der Kinder- und Jugendhilfe

Meldung vom 13.07.2021

Anfang Juli veranstaltete die PTK Bayern eine Online-Diskussion zur Zukunft der Psychotherapie in der Kinder- und Jugendhilfe mit Kolleg*innen aus der Jugendhilfe und psychotherapeutischen Praxis. Das neue Psychotherapeutengesetz und die Musterweiterbildungsordnung bieten die Möglichkeit, dass zukünftig Teile der Psychotherapie-Weiterbildung auch in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe stattfinden können. Hierfür wurden Kammermitglieder und Kolleg*innen, die in der Jugendhilfe arbeiten, zu der Veranstaltung eingeladen. Sie wurden zunächst über die Eckpunkte der neuen Weiterbildungsordnung in diesem Bereich informiert. Anschließend gab es einen Austausch über die Chancen und Herausforderungen, die sich daraus für die Psychotherapie in der Kinder- und Jugendhilfe ergeben.

Die Kommission Psychotherapie in Institutionen und Vorstandsmitglieder der PTK Bayern organisierten einen Austausch zur Zukunft der Psychotherapie in der Kinder- und Jugendhilfe. V.l.n.r.: Vorstandsmitglied Prof. Heiner Vogel, Dr. Christian Hartl, Ulla Schaller, Prof. Beate Leinberger, Vizepräsident Peter Lehndorfer, Agnes Mehl, Vorstandsmitglied Prof. Monika Sommer, Gabriele Tavan.

Die Kommission Psychotherapie in Institutionen organisierte die Veranstaltung, um einen Austausch und eine Vernetzung zwischen den verschiedenen Beteiligten in der Jugendhilfe anzustoßen.

Bei der Betreuung, Beratung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen sind häufig beide Systeme – Psychotherapie und Kinder- und Jugendhilfe – beteiligt. Die Fallzahlen Betroffener steigen immer weiter an und der Hilfebedarf wird zunehmend komplexer. Um dem gerecht zu werden, bedarf es unterschiedlicher fachlicher Kompetenzen. Psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen sind seit jeher Teil der multiprofessionellen Fachteams. Dennoch kann in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Rückgang dieser Berufsgruppe in der Jugendhilfe beobachtet werden. Um psychotherapeutische Qualifizierung künftig in der Jugendhilfe zu verankern, bietet die Weiterbildung zur Fachpsychotherapeut*in neue Möglichkeiten, da ein Teil in Einrichtungen der Jugendhilfe absolviert werden kann.

Vizepräsident Peter Lehndorfer referierte ausführlich über die Weiterbildung zur Fachpsychotherapeut*in im institutionellen Kontext und wie die Umsetzung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe gestaltet werden kann. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden u.a. über Perspektiven, inhaltliche Herausforderungen, sowie Finanzierung der Weiterbildung und Vergütung in diesem Arbeitsfeld.

Die rund 100 Teilnehmenden nutzten die Veranstaltung, um eine Vernetzung der in der Jugendhilfe Tätigen herzustellen und auszubauen. Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema sollen folgen.

 

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