Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Resolution der Delegierten: PTK Bayern fordert besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und sexuellem Missbrauch

Pressemitteilung
15. April 2010 - Die Delegierten der Psychotherapeutenkammer Bayern (PTK Bayern) haben auf ihrer heutigen Delegiertenversammlung eine Resolution verabschiedet, in der sie einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und sexuellem Missbrauch fordern. „Die jetzt gestiegene Aufmerksamkeit und Offenheit im Umgang mit diesen Themen muss dringend fortbestehen und weiter ausgebaut werden“ betont Dr. Nikolaus Melcop, Präsident der PTK Bayern. „Wir brauchen Verbesserungen bei präventiven Maßnahmen und auch bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen. Die Psychotherapeutenkammer wird sich hier weiter mit engagieren und sie hilft auch Opfern bei der Suche nach einem Psychotherapieplatz“, so Melcop.

Resolution der 16. Delegiertenversammlung der Bayerischen Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
 
Die Delegierten der PTK Bayern sind entsetzt und zutiefst beunruhigt angesichts des Ausmaßes der Misshandlungen an Kindern und Jugendlichen in kirchlichen, staatlichen und privaten Einrichtungen, die derzeit enthüllt werden. Im Namen der bayerischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verurteilen sie jede Form von sexuellem Missbrauch, physischer, psychischer, sozialer und wirtschaftlicher Gewalt sowie Vernachlässigung an Kindern und Jugendlichen, sowohl in Institutionen als auch im familiären Umfeld. Sie fordern Verbesserungen beim Schutz von Kindern und Jugendlichen.
 
Wichtig ist aus unserer Sicht, dass Eltern, Verwandte, Erzieher, Lehrer und das gesamte gesellschaftliche Umfeld Gewalt und sexuellen Missbrauch im realen und medialen Umfeld von Kindern und Jugendlichen so bewusst wie möglich wahrnehmen und verhindernd eingreifen. Gute Erziehung ermutigt die Kinder, so früh und so gut wie möglich diese Gefahren wahrzunehmen und sich Schutz und Hilfe zu holen.
 
Aktuell kommt ein besonders hoher Stellenwert den Gefahren durch neue Medien und hierbei insbesondere der wirksamen Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet zu. Im Streit um die bessere technische Lösung des Problems darf die Notwendigkeit ausreichender personeller Ausstattung der Ermittlungsbehörden nicht vergessen werden.
 
Die in der letzten Zeit verstärkt begonnene Aufklärung von Misshandlungen in der Vergangenheit und deren Aufarbeitung sind wichtige Schritte sowohl als Hilfe für die Opfer als auch für die Prävention. Ein entsprechender Wandel im öffentlichen Bewusstsein muss für die weitere Verbesserung des Schutzes und der Entwicklungsförderung von Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Die PTK Bayern wird alle Maßnahmen in dieser Richtung weiterhin aktiv unterstützen. Dazu gehört auch die Schaffung unabhängiger Anlaufstellen für Opfer. Bei Bedarf bietet die Psychotherapeutenkammer den Opfern bei der Suche nach einem Psychotherapieplatz ihre Unterstützung an.
TypDokument/DateinameDateigröße
Pressemitteilung 36 KB
Pressemitteilung 112,7 KB
VOILA_REP_ID=C12576B1:002BE964