Kammerpräsident Dr. Nikolaus Melcop und Vizepräsidentin Nicole Nagel waren bei den Demos in München mit Redebeiträgen vertreten und setzten sich für eine angemessene Honorierung und eine bessere psychotherapeutische Versorgung ein. Melcop machte dort deutlich: „Honorarkürzung bei gleichzeitig zunehmendem Bedarf an Psychotherapie – das ist ein Skandal!“ Unter hohem Druck werde hochqualifizierte Arbeit geleistet, aber nicht wertgeschätzt. Nagel rückte den besonderen Bedarf an psychotherapeutischen Behandlungen von Kindern und Jugendlichen in den Fokus: „Aktuelle Zahlen beweisen unwiderlegbar: Kinder, Jugendliche, Schüler*innen – Sie brauchen Behandlung! Frühzeitige Behandlung ist Prävention! Fehlende Behandlung und Prävention führt nur zu höheren Kosten im späteren Lebensverlauf, nicht nur für die Krankenkassen, sondern für die gesamte Gesellschaft!“
Dr. Claudia Ritter-Rupp, stv. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, betonte in ihrem Redebeitrag ebenfalls die Forderung der Rücknahme des Beschlusses. Sie berichtete, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung Klage dagegen eingereicht habe.
In Reden von Psychotherapeut*innen, Studierenden, Ausbildungsteilnehmer*innen und Vertreter*innen von Berufsverbänden wurde mit plastischen Beispielen dem Ärger über das dieses abwertende Signal gegenüber psychisch kranken Menschen, der Psychotherapie und der Arbeit von Psychotherapeut*innen Luft gemacht. „Ist den Krankenkassen die Hilfe für psychisch kranke Menschen nicht mehr wichtig?“
Die Demonstrierenden waren sich einig: Die Honorarkürzungen sind ein fatales Signal für das Gesundheitssystem. Sie fordern von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, den Beschluss zu beanstanden.
Die PTK Bayern steht hinter den Forderungen und wird sich weiterhin engagiert für die berechtigten Interessen der Kammermitglieder und die Versorgung psychisch kranker Menschen in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Berufsverbänden einsetzen.