Psychotherapeutenkammer Bayern

Demonstrationen gegen Honorarkürzungen mit Präsident Nikolaus Melcop und Vizepräsidentin Nicole Nagel

Meldung vom 23.03.2026

Tausende machten bei Demonstrationen in Bayern und bundesweit gegen die Honorarkürzungen für Psychotherapie ihrem Ärger lautstark Luft.  Kammerpräsident Dr. Nikolaus Melcop und Vizepräsidentin Nicole Nagel unterstützten die Proteste und forderten die Rücknahme des Beschlusses des Erweiterten Bewertungsausschusses.

Eine Gruppe von Demonstierenden halten Schilder und Plakate Demonstrierende in München setzen sich gegen die Honorarkürzungen ein.

Der GKV-Spitzenverband hat sich im Erweiterten Bewertungsausschuss mit der Forderung nach Honorarkürzungen in der Psychotherapie durchgesetzt, der daraufhin am 11. März 2026 eine Honorarkürzung in der ambulanten Psychotherapie von 4,5 % beschlossen hat. Seitdem ist die Psychotherapeutenschaft in Aufruhr, bangt um die Sicherung der Versorgung von psychisch Erkrankten und geht bundesweit auf die Straßen. Auch in Bayern haben letzte Woche bereits mehrere Demonstrationen in München (19. & 21.03.) und Nürnberg (21.03.) mit insgesamt ca. 2.100 Teilnehmenden stattgefunden, die vom „Aktionsbündnis Psychotherapie“ organisiert wurden. Weitere Demonstrationen sind geplant.

Zwei Frauen und ein Mann stehen in einer Gruppe von Demonstrierenden, die Plakate hochhalten Forderten die Rücknahme des Beschlusses des Erweiterten Bewertungsausschusses: (v.l.n.r.) Vizepräsidentin Nicole Nagel, Kammerpräsident Nikolaus Melcop und Dr. Claudia Ritter-Rupp, stv. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns

Kammerpräsident Dr. Nikolaus Melcop und Vizepräsidentin Nicole Nagel waren bei den Demos in München mit Redebeiträgen vertreten und setzten sich für eine angemessene Honorierung und eine bessere psychotherapeutische Versorgung ein. Melcop machte dort deutlich: „Honorarkürzung bei gleichzeitig zunehmendem Bedarf an Psychotherapie – das ist ein Skandal!“ Unter hohem Druck werde hochqualifizierte Arbeit geleistet, aber nicht wertgeschätzt. Nagel rückte den besonderen Bedarf an psychotherapeutischen Behandlungen von Kindern und Jugendlichen in den Fokus: „Aktuelle Zahlen beweisen unwiderlegbar: Kinder, Jugendliche, Schüler*innen – Sie brauchen Behandlung! Frühzeitige Behandlung ist Prävention! Fehlende Behandlung und Prävention führt nur zu höheren Kosten im späteren Lebensverlauf, nicht nur für die Krankenkassen, sondern für die gesamte Gesellschaft!“

Dr. Claudia Ritter-Rupp, stv. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, betonte in ihrem Redebeitrag ebenfalls die Forderung der Rücknahme des Beschlusses. Sie berichtete, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung Klage dagegen eingereicht habe.

In Reden von Psychotherapeut*innen, Studierenden, Ausbildungsteilnehmer*innen und Vertreter*innen von Berufsverbänden wurde mit plastischen Beispielen dem Ärger über das dieses abwertende Signal gegenüber psychisch kranken Menschen, der Psychotherapie und der Arbeit von Psychotherapeut*innen Luft gemacht. „Ist den Krankenkassen die Hilfe für psychisch kranke Menschen nicht mehr wichtig?“ 

Die Demonstrierenden waren sich einig: Die Honorarkürzungen sind ein fatales Signal für das Gesundheitssystem. Sie fordern von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, den Beschluss zu beanstanden.  

Die PTK Bayern steht hinter den Forderungen und wird sich weiterhin engagiert für die berechtigten Interessen der Kammermitglieder und die Versorgung psychisch kranker Menschen in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Berufsverbänden einsetzen.

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