Psychotherapeutenkammer Bayern

Online-Mitgliederforum: Gravierende Kürzungen im Bereich der Psychotherapie – Sachstand und Handlungsoptionen

Jüngste politische Entscheidungsprozesse und deren Auswirkungen auf die finanzielle und strukturelle Zukunft der Psychotherapie beschäftigen den Berufsstand nachhaltig. Unter dem Titel „Gravierende Kürzungen im Bereich der Psychotherapie – Sachstand und Handlungsoptionen“ fand am vergangenen Montag, 18.05.2026, eine Informationsveranstaltung der PTK Bayern für Kammermitglieder, Ausbildungsteilnehmer*innen und Studierende statt. 

Die Veranstaltung stieß auf sehr großes Interesse bei den ca. 700 Teilnehmenden. Bei der Veranstaltung stellte der Vorstand der Kammer Informationen zu den aktuellen Entwicklungen vor und bot Gelegenheit für Fragen und Austausch. 

Dr. Nikolaus Melcop, Präsident der PTK Bayern und Vizepräsident der Bundespsychotherapeutenkammer, informierte über das den GKV-Honorarkürzungen zugrundeliegende Bewertungsmodell und damit einhergehende Problemstellungen. Zudem wurden diesbezügliche berufspolitische Aktivitäten der Kammer auf Landes- und Bundesebene skizziert. In Kooperation mit verschiedenen Akteuren (u.a. Landeskammern, Bundespsychotherapeutenkammer, Kassenärztliche Vereinigungen, Berufsverbände, Aktionsbündnis Psychotherapie) sowie durch die Nutzung privater und öffentlicher Kanäle wirkt die Kammer aktiv auf das Geschehen ein und nutzt fortlaufend mit Hochdruck alle Möglichkeiten zur Verteidigung der Interessen der Patient*innen und der Berufsgruppe. Die Notwendigkeit eines ausdauernden politischen Engagements ergibt sich zudem aus den geplanten Gesetzesänderungen und den dort vorgesehenen Einschränkungen für die Psychotherapieversorgung, die ebenfalls Gegenstand der Veranstaltung waren. Vizepräsidentin Nicole Nagel referierte zum geplanten sogenannten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und klärte über mögliche Konsequenzen im ambulanten Sektor auf. Vorstandsmitglied Prof. Dr. Monika Sommer vermittelte Informationen zu Auswirkungen auf den stationären psychiatrischen und psychosomatischen Versorgungsbereich und skizzierte drohende Verschlechterungen in der Versorgung in diesem Sektor. 

In der anschließend von Vorstandsmitglied Birgit Gorgas moderierten sehr engagierten Diskussion, an der alle 7 Vorstandsmitglieder teilnahmen und zu Fragen und Statements der Mitglieder Stellung nahmen, wurde die Brisanz der schon umgesetzten und noch geplanten Regelungen deutlich. Bereits jetzt führen die zum 01.04.2026 in Kraft getretenen Kürzungen der GKV-Honorare zu reellen finanziellen Verlusten für Praxen. Niedergelassene Mitglieder berichteten über erhebliche Planungsunsicherheit, existentielle Sorgen und drohende negative Konsequenzen auf die Versorgung gesetzlich versicherter Personen. Zudem nutzten die Mitglieder den Rahmen, um sich zu vernetzen und durch Berichte über berufspolitisches Engagement zur weiteren, aktiven Mitgestaltung der Debatte anzuregen. 

Der hohe Einsatz der Berufsgruppe durch Mitwirkung an Demonstrationen, Petitionen sowie diverse Kontakte mit politischen Amtsträger*innen und Journalist*innen sendet ein starkes Signal in die Politik und Öffentlichkeit; diese Initiativen werden ausdrücklich von der Kammer unterstützt. Die weitere Kooperation der Initiativen mit der Kammer konnte angestoßen werden. Angesichts der fortlaufenden politischen Entscheidungsprozesse ist die Weiterführung der berufspolitischen Aktivität der Kammer und ihrer Mitglieder unabdingbar. Mit der Veranstaltung wurde hierzu ein wichtiger Beitrag geleistet. 

 

Der Vorstand der PTK Bayern stellt sich den Fragen der Teilnehmenden (Foto: PTK Bayern)
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