Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Wer muss gegenüber wem Fortbildung nachweisen?

Die Frage, wem gegenüber Sie die Erfüllung Ihrer Fortbildungspflicht nachweisen müssen, richtet sich nach der rechtlichen Grundlage der Nachweisverpflichtung sowie, bei der sozialrechtlichen Fortbildungspflicht, der Form Ihrer Berufstätigkeit.

Nach § 15 Absatz 2 der Berufsordnung ist die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen gegenüber der Kammer auf Verlangen in geeigneter Form nachzuweisen.
Vertragspsychotherapeut/innen, ermächtigte Psychotherapeut/innen sowie in Medizinischen Versorgungszentren oder bei einem/r Vertragspsychotherapeuten/in angestellte Psychotherapeut/innen sind verpflichtet, gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung alle fünf Jahre den Nachweis über die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung zu erbringen (vgl. „Fragen und Antworten zur Fortbildungspflicht“ der KVB). Für Psychotherapeut/innen, die nach dem 01.07.2004 zugelassen / ermächtigt / angestellt wurden, beginnt der 5-Jahreszeitraum erstmals mit dem Zeitpunkt der Aufnahme der vertragspsychotherapeutischen Tätigkeit und endet regelhaft (d. h. bei ununterbrochener Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung) nach dem Ablauf von fünf Jahren. Diesem Nachweiszeitraum schließt sich jeweils ein neuer 5-Jahres-Zeitraum an.
 
Seit dem 01. Januar 2009 besteht auch für Angestellte in nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäusern/ Einrichtungen eine Nachweispflicht für den Besuch von Fortbildungen gegenüber ihrem Arbeitgeber. Der Zeitraum, für den der Besuch von Fortbildungen nachgewiesen werden muss, dauert fünf Jahre (siehe dazu den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Neufassung der Regelungen zur Fortbildung im Krankenhaus vom 18.10.2012)

Die Angestellten sind verpflichtet, den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen, die mit insgesamt mindestens 250 Fortbildungspunkten bewertet wurden, nachzuweisen. Die Fortbildungspflicht trifft auch Mitglieder, die als Psychologin oder Psychologe angestellt sind. Der Erwerb der 250 Fortbildungspunkte wird durch das Zertifikat der Kammer nachgewiesen.

Seit 01.01.2013 ist der Nachweis grundsätzlich bereits mit Beginn der Tätigkeit im Krankenhaus zu erbringen, frühestens jedoch zu dem Zeitpunkt, zu dem die Approbation als Psychologische/r Psychotherapeut/in oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in  fünf Jahre vorliegt (z. B. bei Beginn der Tätigkeit im Krankenhaus am 01.07.16 und Approbationserhalt am 01.07.15 besteht Nachweispflicht am 01.07.20, bei Approbationserhalt am 01.07.11 oder früher besteht Nachweispflicht am 01.07.16, dem ersten Arbeitstag im Krankenhaus).  Alle Kolleg/innen, die möglicherweise zukünftig eine Stelle in einem Krankenhaus bzw. in einer psychiatrischen Klinik antreten, sollten folglich darauf vorbereitet sein, bei Aufnahme einer Tätigkeit in einem Krankenhaus die Nachweispflicht fünf Jahre nach Erhalt ihrer Approbation erfüllen zu können. Die ärztliche Leitung eines Krankenhauses hat jährlich zu prüfen, ob für die beschäftigten Ärzte/Ärztinnen und Psychotherapeut/innen ein Fortbildungszertifikat vorliegt, das nicht älter als fünf Jahre ist. 

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