Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Nach Studienreform droht Nachwuchsmangel bei Psychologischen Psychotherapeuten

19. Februar 2007 - Ausgehend von einer konkreten Anfrage einer Universität hat die Kammer sich mit der Frage „Sicherung des psychotherapeutischen Nachwuchses“ beschäftigt.

Mit den Umstrukturierungen der Studiengänge (Bachelor/Master) werden sich auch die Studienstrukturen für Psychologie massiv verändern. Vor diesem Hintergrund erscheint es vorrangig, frühzeitig die Frage zu stellen, wie viele Studienabsolventen, mit der Voraussetzung zur PP-Ausbildung (d.h. mit einer Prüfung im Fach „Klinische Psychologie“) jährlich ausgebildet werden sollten, um mindestens die Zahl der aktuell aktiven Psychotherapeut/inn/en in Bayern konstant zu halten.

Eine solche Bedarfsprognose zur Nachwuchssituation müsste zunächst die für die Zielgröße (aktuelle Zahl der PP) erforderliche Anzahl an Neuapprobationen pro Jahr schätzen, und daraufhin unter Berücksichtigung der Studienabbrecherquoten sowie der Quoten derjenigen, die tatsächlich eine Ausbildung als PP anfangen und auch abschließen, die Zahl der erforderlichen Studienabgänger hochrechnen. Von den relevanten Einflussfaktoren sind leider nicht alle bekannt, sie müssen geschätzt werden. Die Ergebnisse sind daher als vorläufige Näherung zu interpretieren.

Um die Zahl der derzeit erwerbstätigen PP (rund 3.900) in Bayern konstant zu halten, müssten in Zukunft pro Jahr ca. 163 bis 228 PP neu approbiert werden (je nach Modellprämissen). Derzeit werden in Bayern durchschnittlich 64 PP pro Jahr neu approbiert.

Ausgehend von diesen Angaben wurde in einem Modell die Zahl der erforderlichen Masterabsolventen hochgerechnet. Bayernweit müssten demnach zwischen 440 und 615 Studienabgänger jährlich mit einem Master, der zur Ausbildung berechtigt, abschließen. Da derzeit schon weniger, ca. 360 Studienabgänger mit Diplom abschließen, ist ein erheblicher Nachwuchsmangel absehbar.

Deshalb fordert die PTK Bayern offensiv gegenüber Universitätsvertretern und Politik eine Bereitstellung zusätzlicher Studienplatzkapazitäten. Näheres finden Sie in einer ausführlichen Expertise, die hier als pdf herunter geladen werden kann.
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Nachwuchssituation und Bedarfsprognose
Bericht der PTK Bayern
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