Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Stellungnahme zu den Ergebnissen der "Heroinstudie"

23. Februar 2007 - Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hat die PTK Bayern um eine Stellungnahme zu den Ergebnissen des Modellprojekts zur heroingestützten Behandlung (Heroinstudie) gebeten. Wir haben uns sorgfältig mit dem Bericht zur Studie und den begleitenden Unterlagen beschäftigt und eine ausführlichere Stellungnahme erstellt.

Das bundesdeutsche Modellprojekt zur heroingestützten Behandlung Opiatabhängiger („Heroinstudie“, vgl. www.heroinstudie.de) wurde vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziales, von den Ländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie von sieben Städten (darunter auch München) gemeinsam finanziert und durchgeführt. Es wurden 1032 Patienten in die randomisierte, multizentrische Studie einbezogen. Die Patientenrekrutierung erfolgte u.a. über Einrichtungen der Drogenhilfe und das örtliche Gesundheitswesen. Untersucht wurde, ob es bei Heroinabhängigen, die von bisherigen Methadonbehandlungen nicht hinreichend profitiert hatten (Zielgruppe 1) und solchen, die vom Suchthilfesystem bisher nicht erreicht wurden (Zielgruppe 2) unter heroingestützter Behandlung zu größeren Effekten bezüglich gesundheitlicher Stabilisierung und Verringerung des illegalen Drogenkonsums kommt als unter Methadonbehandlung.

Die Zuweisung der Patienten zu den Behandlungsgruppen methadongestützte Behandlung oder heroingestützte Behandlung erfolgte zufällig. Beide Behandlungsgruppen erhielten eine intensive psychosoziale Betreuung.
Die mit Heroin Behandelten erreichten sowohl im gesundheitlichen Bereich, wie auch bezüglich der Reduktion des Drogenkonsums signifikant bessere Ergebnisse. Dies gilt für beide o.g. Zielgruppen, also sowohl für die Methadon-Non-Responder als auch für die vom Suchthilfesystem Nicht-Erreichten.

In unserer Stellungnahme gehen wir auch näher darauf ein, dass die Effekte der Methadonsubstitution in der Studie deutlich besser sind als die Ergebnisse in der Routineversorgung. Dies betraf nicht die Fragestellung der Studie, lässt sich aber durchaus als Hinweis darauf interpretieren, dass auch die Ergebnisse der (derzeitigen) Routineversorgung in der Methadonsubstitution durch verbindlichere Einbindung der psychosozialen Begleitung und deren sachgerechter Ausstattung/Finanzierung deutlich gesteigert werden können.

Die Stellungnahme können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.
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Stellungnahme - Heroinstudie 67,8 KB
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