Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Instituteumfrage: Zu wenig Ausbildungsteilnehmer!

17. April 2007 - Die 24 staatlich anerkannten bayerischen Ausbildungsinstitute wurden anhand eines Fragebogens untersucht mit dem Ziel, Angaben zur Entwicklung der Zahlen der Ausbildungsteilnehmer seit in Kraft treten des Psychotherapeutengesetzes zu erhalten und Aussagen darüber zu treffen, wie die Kapazität der Institute ausgelastet wird.

Die Kapazität der Institute beläuft sich nach Eigenangaben im Fragebogen bayernweit auf rund 300 Ausbildungsplätze pro Jahr im PP-Bereich und 135 Ausbildungsplätze im KJP-Bereich. Hochgerechnet über alle Jahrgänge gibt es derzeit bayernweit mehr als 800 Ausbildungsteilnehmer im PP-Bereich und knapp 200 im KJP-Bereich.

Seit dem Psychotherapeutengesetz beginnen durchschnittlich 125 Teilnehmer jährlich mit einer Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten. Bezogen auf die Kapazität der Institute, bedeutet dies, dass nur rund 40% der Ausbildungsplätze in Anspruch genommen werden. Seit In Kraft treten des Psychotherapeutengesetzes nimmt die Zahl der Ausbildungsteilnehmer nach Angaben der Institute wieder zu, von 91 PP und 2 KJP im Jahr 1999 auf 126 PP und 30 KJP im Jahr 2004 und 200 PP und 80 KJP im Jahr 2005.

Knapp 77% der Ausbildungsteilnehmer im Erwachsenen-Bereich sind Frauen bei einem Durchschnittsalter von knapp 35 Jahren. Im KJP-Bereich liegt der Frauenanteil bei rund 82% und das Durchschnittsalter bei 33,2 Jahren. Mehr als die Hälfte der Ausbildungsteilnehmer im KJP-Bereich sind Diplom-Psychologen, nur etwas mehr als ¼ Sozialpädagogen.

Um die derzeitige Anzahl an Psychologischen Psychotherapeuten in Bayern zu erhalten, müssten durchschnittlich um die 250 Diplom-Psychologen jährlich eine PP-Ausbildung aufnehmen, also deutlich mehr als dies derzeit tun. (vgl. auch PTK Bayern-Bericht 11). Eine Hochrechnung auf den KJP-Bereich musste zunächst aus methodischen Gründen zurückgestellt werden (z.B. sind hier mehrere Studiengänge und Richtungen als Zulassungsvoraussetzungen möglich, die die Berechnungen erschweren).

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass zu wenig Psychotherapeuten beider Berufsgruppen in Bayern ausgebildet werden, um den notwendigen Bestand an zukünftigen Psychotherapeuten zu sichern. Zur Erfassung der weiteren Entwicklung der Nachwuchszahlen plant die Kammer, auch zukünftig die Institute regelmäßig in größeren Abständen zu den Zahlen der Ausbildungsteilnehmer zu befragen.

Den vollständigen Bericht können Sie hier als pdf herunter laden (472 KB).

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