Psychotherapeutenkammer Bayern

Brüssel-Reise: Interessensvertretung mit Zukunftswert

30. Oktober 2007 - Die Zukunft der psychotherapeutischen Berufe wird wesentlich auch von den politischen Entwicklungen auf europäischer Ebene abhängen. Insbesondere Bayern hat mit einer eigenen Ständigen Vertretung in Brüssel gute Möglichkeiten, auf die dort stattfindenden Entscheidungsprozesse einzuwirken. Vor diesem Hintergrund nahmen Präsidium und Geschäftsführer der Kammer zum zweiten Mal die Möglichkeit wahr, zusammen mit anderen bayerischen Heilberufekammervertretern in Brüssel selbst die Interessen des Berufsstandes zu vertreten.

Dort konnten Gespräche geführt werden mit Vertretern der Generaldirektionen Binnenmarkt, Gesundheit, Unternehmen und Forschung, mit Mitgliedern des Europaparlaments, der Ständigen Vertretungen Bayerns und Deutschlands. Weiterhin gab es einen intensiven Austausch mit Frau Staatsministerin Stewens (zwischenzeitl. auch stv. Ministerpräsidentin). Wir thematisierten neben den allgemeinen gesundheitspolitischen Inhalten für unseren Bereich insb. die Berufsqualifikation von Psychotherapeut/inn/en und die Notwendigkeit einer qualifizierten Behandlung psychisch kranker Menschen. Weitere Inhalte waren die Berufsanerkennungsrichtlinie, die Dienstleistungsrichtlinie im Bereich Gesundheit, Gesundheitsstrategie der EU, Prävention und Arzneimittel.

Bekanntlich sind gerade Regelungen zum Beruf des Psychotherapeuten innerhalb Europas sehr unterschiedlich und in vielen Ländern gar nicht vorhanden. Die Politik der EU strebt vorrangig auch wirtschaftlichen Erfolg auf der Grundlage eines freien Binnenmarktes mit freiem Waren- und Dienstleistungsaustausch ohne Schranken und Hindernisse an. Unterschiede z.B. bei Berufsabschlüssen werden dabei als Hindernis für die Mobilität und grenzübergreifende wirtschaftliche Aktivitäten angesehen. Eine Harmonisierung unseres Berufsabschlusses auf irgendein europäisches Mittelmaß ist jedoch weder in unserem Sinne noch wird damit die Patientenversorgung ausreichend gewährleistet. Ein wichtiger Erfolg für unsere Berufsgruppe ist es deshalb, dass in der Berufsanerkennungsrichtlinie entgegen ursprünglichen Entwürfen festgeschrieben wurde, dass das Niveau des Berufsabschlusses des Landes gilt, in das innerhalb der EU umgezogen wird. Darüber hinaus werden aber auch auf europäischer Ebene Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung entwickelt, wie z.B. im Nichtraucherschutz. Auch zukünftig wird deshalb die Interessensvertretung auf EU-Ebene durch die Landeskammern und die Bundespsychotherapeutenkammer ein wichtiger Arbeitsbereich bleiben.
Dr. Bruno Waldvogel, Dr. Nikolaus Melcop, Peter Lehndorfer in Brüssel Dr. Bruno Waldvogel, Dr. Nikolaus Melcop, Peter Lehndorfer in Brüssel
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