Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Presseerklärung Flutkatastrophe Asien

Pressemitteilung
13. Januar 2005 - München. In Bayern steht ein dichtes Behandlungsnetz für die Menschen, die Opfer der Flutkatastrophe in Asien geworden sind, sowie deren Angehörigen zur Verfügung. Als erste Anlaufstelle empfehlen die Psychotherapeutenkammer Bayern und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) für gesetzlich krankenversicherte Betroffene die Vermittlungs- und Beratungszentralen der KVB, die unter der Telefonnummer 01805 / 19 12 12 erreichbar sind. Diese können rasch den Kontakt zu einem ärztlichen Psychotherapeuten, einem psychologischen Psychotherapeuten oder einem Kinderund Jugendlichenpsychotherapeuten in Bayern vermitteln. Für alle anderen Rat- und Hilfesuchenden gibt es bundesweit einen Informationsdienst der Nachsorge-, Opferund Angehörigenhilfe (NOAH) mit der Telefonnummer 01888 / 55 04 33 für die Vermittlung von Therapieplätzen.

„Die seelische Belastung derjenigen, die Opfer der Flutkatastrophe in Asien geworden sind, ist extrem hoch. Aber auch die Angehörigen, die teilweise immer noch auf die Rückkehr nahe stehender Menschen warten, leiden sehr stark. Als akute Symptome können zum Beispiel Schlafstörungen oder Angstzustände auftreten. Um zu verhindern, dass akute psychische Symptome in ein chronisches Krankheitsbild münden, ist der rechtzeitige Besuch eines qualifizierten Psychotherapeuten dringend anzuraten“, so Dr. Nikolaus Melcop, Präsident der Psychotherapeutenkammer Bayern. Die Kammer hat Anfang Januar eine E-Mail- Befragung unter rund 1800 von ihren insgesamt 4600 Mitgliedern durchgeführt. Ziel war es, auf unbürokratischem Weg zusätzliche freie Therapieplätze zur

psychotherapeutischen Betreuung von Betroffenen abzufragen. Es zeigte sich eine große Bereitschaft zur Mitwirkung. Dazu Melcop: „Die eingegangenen Rückmeldungen stimmen mich optimistisch, dass wir jedem Hilfsbedürftigen auch wirklich qualifizierte Unterstützung zukommen lassen können.“ Es wird geschätzt, dass in Bayern rund 1.000 Menschen direkt oder indirekt außerordentliche seelische Belastungen durch die Flutkatastrophe erfahren haben. „Die enge Abstimmung der Behandlung durch Ärzte und Psychotherapeuten ist bei Krankheitsbildern aus dem Bereich der posttraumatischen Belastungsstörung, die mit somatischen und psychischen Symptomen einhergehen können, von großer Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Vermittlungs- und Beratungszentralen die zügige Versorgung von Betroffenen unterstützen“, erklärte Rudi Bittner, Diplom-Psychologe und stellvertretender Vorstandsvorsitzender derKVB. Ergänzend dazu gab Dr. Irmgard Pfaffinger, Vorsitzende der Vertreterversammlung der KVB, bekannt, dass die KVB den Wiederaufbau nach der verheerenden Flutkatastrophe auch finanziell unterstützen wird.

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