Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

PTK Bayern warnt vor Vorschussbetrug mit gefälschten Schecks

30. November 2011 - Die PTK Bayern warnt vor einer weit verbreiteten Betrugsvariante im Internet. Die Scams (englisch = Betrug) werden per E-Mail verschickt, in denen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen versucht wird, eine Psychotherapie beginnen zu wollen und einen Teil des als Vorschussleistung deklarierten und mittels gefälschter Schecks „bezahlten“ Honorars vom Psychotherapeuten / der Psychotherapeutin zu bekommen.

In einem Fall hat ein Psychotherapeut eine E-Mail einer „Patientin“ aus dem Ausland erhalten, mit dem Hinweis, dass sie sich aufgrund einer Lebenskrise in Therapie befände und diese wegen eines kurzfristigen beruflichen Aufenthaltes in Deutschland fortführen möchte. Der vermeintliche Arbeitgeber der „Patientin“ würde für die Reise- und Therapiekosten aufkommen. Um die Ernsthaftigkeit der Therapieaufnahme dem Psychotherapeuten gegenüber zu beweisen, wollte der Trickbetrüger die Honorare der Therapiestunden per Vorauskasse begleichen. Hierzu erhielt der Psychotherapeut per Post Schecks in Höhe von mehreren tausend Euro. In einer weiteren E-Mail wurde der Psychotherapeut dann informiert, der „Financial Director“ des Arbeitgebers habe sich in der Höhe der Schecks vertan. Der Psychotherapeut möchte bitte den überschüssigen Betrag an den Aussteller zurückzahlen. Währenddessen wurde mit weiteren, sehr persönlichen E-Mails, die angebliche momentane Schicksalsschläge vortäuschten, versucht, auf den Psychotherapeuten Zeitdruck auszuüben.

Wer in dieser Phase den Fehler macht, den überschüssigen Betrag zurückzuzahlen, ist sein Geld los. Da es sich oft um sehr gute Fälschungen handelt, nehmen manche Banken die Schecks zunächst an und schreiben den Betrag dem Kundenkonto gut. Fliegt die Fälschung später auf, zieht die Bank die Summe wieder ein. Hat der Betrogene inzwischen den überschüssigen Betrag an den Betrüger geleistet – zumeist über einen Geldtransfer ins Ausland mit beispielsweise Western Union o. ä. – dann ist dieses Geld weg.

Bei dem Betrugsversuch handelt es sich offensichtlich um eine Variante der sog. „Nigeria-Connection“, die seit Jahren mit ähnlichen Tricks versucht, zu betrügen oder um den so bezeichneten „Vorschussbetrug“.

Wir empfehlen unseren Kammermitgliedern, bei derartigen E-Mails und Anfragen besonders aufmerksam und vorsichtig zu sein. Fallen die Worte „Vorschuss“ oder „Vorauszahlung per Scheck“, sollten Sie den Kontakt sofort abbrechen.

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