Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Mitglieder-Forum fand erneut online statt

Meldung vom 01.07.2021

 

Am 24.06.2021 fand das Mitglieder-Forum zum zweiten Mal in Form eines Web-Seminars statt. Der Vorstand der PTK Bayern trat erneut virtuell mit den Kammermitgliedern in Austausch. In Kurzvorträgen erläuterten die Vorstandsmitglieder zunächst aktuelle Entwicklungen für Psychotherapeut*innen in Corona-Zeiten, von Sparpolitik und Bundestagswahlen, von Umwelt und Klimaschutz, genauso wie die Perspektiven in Kliniken. Außerdem gab es einen Einblick in die vernetzte Gesundheitsversorgung. Anschließend stellte sich der Vorstand der Diskussion und dem anregenden Austausch mit den Kammermitgliedern. Insgesamt nahmen rund 260 Kammermitglieder an der Informations- und Diskussionsveranstaltung teil.

Vorstandsmitglieder der PTK Bayern informierten die Kammermitglieder und gingen auf die reichlichen Diskussionsfragen ein. V.l.n.r.: Kammerpräsident Dr. Nikolaus Melcop, Vorstandsmitglied Prof. Monika Sommer sowie die Vizepräsidenten Dr. Bruno Waldvogel und Peter Lehndorfer.

Kammerpräsident Dr. Nikolaus Melcop berichtete u.a. über die hohe psychische Belastung für die Menschen in Zeiten von Corona und ging dabei auch auf die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen während Pandemie und Lockdown sowie auf die Verstärkung sozialer Benachteiligungen in vielen Bevölkerungsgruppen ein. Außerdem verdeutlichte er, dass – auch ohne die zusätzliche Belastung durch Corona – in Deutschland immer noch erhebliche soziale und regionale Unterschiede in der psychotherapeutischen Versorgung bestehen und welche Forderungen an die Politik auch hinsichtlich der anstehenden Bundestagswahl gestellt werden. Er stellte kurz mögliche Beiträge von Psychotherapeut*innen zu Klima- und Umweltschutz und die Aktivitäten der Kammer in diesem Bereich vor und ging in Bezug auf das bayerische Versorgungswerk der Psychotherapeut*innen insbesondere auf dessen Nachhaltigkeitsstrategie ein. Herr Melcop informierte außerdem über den gesetzlichen Auftrag des G-BA eine neue Qualitätssicherung in der ambulanten Psychotherapie zu entwickeln. Dabei wies er auch auf die Empfehlungen der BPtK zur Dokumentation von psychotherapeutischen Behandlungen hin. In Bezug auf die aktuellen Gesetzentwürfe zur Suizidhilfe erläuterte er den Bedarf an Diskussion und fachlicher Klärung.

Vorstandsmitglied Prof. Monika Sommer informierte über die Perspektiven für Psychotherapie und Psychotherapeut*innen in Kliniken. Sie ging dabei auf die Richtlinie der Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL) ein und stellte die Forderungen der PTK Bayern und der BPtK für eine angemessene Überarbeitung der Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vor. Die 38. Delegiertenversammlung der PTK Bayern hatte hierzu im Mai die Resolution „Mindestvorgaben zur Ausstattung mit Psychotherapeut*innen in Psychiatrie und Psychosomatik fachgerecht umsetzen!“ verabschiedet. Außerdem berichtete sie über die stationäre Weiterbildung, wie sie durch die neue Musterweiterbildungsordnung vorgesehen ist.

Vizepräsident Peter Lehndorfer gab einen Einblick in die vernetzte Gesundheitsversorgung. Er informierte zunächst über die elektronische Patientenakte (ePA) und deren Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der psychotherapeutischen Versorgung. Er verwies dabei auf die Forderungen der Psychotherapeutenschaft nach bestmöglichem Datenschutz und einem differenzierten Berechtigungsmanagement. Um Zugriff auf die ePA zu bekommen, ist ein elektronischer Psychotherapeutenausweis (ePtA) notwendig, der seit Mitte Juni über die Homepage der Kammer beantragt werden kann. Herr Lehndorfer verwies auf weitere Informationen zum ePtA auf der Homepage und in den dortigen FAQ.
Außerdem erläuterte er, dass Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) Medizinprodukte in Form von Apps oder Desktop- bzw. Browseranwendungen mit gesundheitsbezogener Zweckbestimmung sind. DiGAs sind für die Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten gedacht. Er erläuterte dabei, in welchen Kontexten DiGAs in eine Psychotherapie eingebunden werden könnten. Hierbei müssen Psychotherapeut*innen die Sorgfaltspflichten aus der Berufsordnung als Rahmenbedingungen erfüllen.

Zum Abschluss gab Vizepräsident Dr. Bruno Waldvogel noch einen Ausblick auf die in 2022 anstehende Wahl der Delegiertenversammlung der PTK Bayern und darauf, wie sich die Kammer weiterentwickeln wird.

Die Teilnehmenden konnten zu allen Themen ihre Fragen stellen und Meinungen einbringen, auf die der Vorstand ausführlich einging. So gestaltete sich die Veranstaltung – trotz der räumlichen Distanz – zu einem aktiven Austausch zwischen allen Teilnehmenden.

 

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