Meldung vom 01.04.2026
Der GKV-Spitzenverband hat sich am 11. März 2026 im Erweiterten Bewertungsausschuss mit der Forderung nach Honorarkürzungen in der Psychotherapie durchgesetzt. Die Honorarkürzung in der ambulanten Psychotherapie in Höhe von 4,5 % greift ab heute. Diese Kürzungen sind unverantwortlich und nicht hinnehmbar. Der Vorstand der PTK Bayern engagiert sich daher aktuell entschieden gegen diese massive Benachteiligung der Psychotherapeut*innen und ihrer Patient*innen, indem er die negativen Auswirkungen der Honorarkürzung auf die psychotherapeutische Versorgung darstellt.
Die PTK Bayern setzt sich in enger Abstimmung mit der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) und den Berufsverbänden dafür ein, den ideellen und materiellen Wert psychotherapeutischer Leistungen gegenüber der Politik, der Gesellschaft und den Akteur*innen im Gesundheitssystem zu verdeutlichen. Gemeinsam mit der BPtK und den Berufsverbänden werden wir auf eine Gesetzesänderung drängen, mit der eine sachgerechte Anpassung des Berechnungsmodells für die Überprüfung der Angemessenheit der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen und seiner Anwendung erreicht werden kann. Zudem unterstützen wir die Klage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gegen den Beschluss.
Die Mitglieder des Vorstands der Kammer haben in den letzten Wochen in zahlreichen Veranstaltungen und Terminen sowie in vertraulichen Gesprächen die Belange der Psychotherapie und der Psychotherapeut*innen gegenüber Politik und maßgeblichen Akteur*innen des Gesundheitswesens vertreten. In der Politik ist das Thema mittlerweile angekommen. Die bayerische Staatsministerin Judith Gerlach äußerte sich in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sehr kritisch zu dem Beschluss und fordert neue Verhandlungen. Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag fordert den Stopp der Honorarkürzungen und bewertet die Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses als gesundheitspolitisch höchst bedenklich (siehe Pressemitteilung des CSU-Landtags „Psychotherapie-Honorare: CSU-Fraktion fordert Stopp der Kürzungen und bessere Weiterbildung“ vom 27.03.2026). Das große Engagement vieler Mitglieder in den letzten Wochen hat uns sehr beeindruckt und geholfen, mit den Anliegen in der Politik gehört zu werden.
Der Vorstand der PTK Bayern nutzt zudem Kontakte zu Presse und Rundfunk, um die Interessen der Patient*innen und des Berufsstandes öffentlichkeitswirksam zu vertreten.
Siehe zuletzt:
Zudem fanden eine Reihe von Interviews mit verschiedenen bayerischen Medien statt, die teilweise noch nicht veröffentlicht sind oder die als Kontakte zur Hintergrundrecherche dienten.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Veröffentlichungen der BPtK, der anderen Psychotherapeutenkammern, der KVen und der Berufsverbände.
Zwischenzeitlich sind auch die Sparvorschläge der FinanzKommission Gesundheit bekannt geworden – und sie betreffen auch die psychotherapeutischen Leistungen. Demnach sollen die Zuschläge für Kurzzeitpsychotherapie gestrichen und die Entbudgetierung der Psychotherapie aufgehoben werden. Die BPtK hat hierzu eine kritische erste Stellungnahme veröffentlicht. https://www.bptk.de/pressemitteilungen/kuerzungen-werden-die-ambulante-versorgung-massiv-verschlechtern/
Auch der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat kürzlich in einem Diskussionspapier zur Weiterentwicklung der ambulanten Psychotherapie weitere gravierende Kürzungen der Honorare und darüber hinaus auch von Behandlungskontingenten vorgeschlagen.
Auch hier werden wir uns intensiv dafür einsetzen, dass diese Vorschläge nicht von der Bundesregierung aufgegriffen werden.